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Sozialpolitische Veränderungen stellen die Träger der Eingliederungshilfe vor neue Herausforderungen. Der gewünschte Wandel vom „Fürsorgesystem“ hin zu einem personenzentrierten, bedarfsgerechten Teilhabesystem veranlasst die Verantwortlichen zum Überdenken, zur Umstrukturierung bzw. zur Erweiterung ihres Dienstleistungsangebotes.

Informationen zum Beratungsangebot der contec GmbH finden Sie hier.

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Birgitta Neumann

Management- und Organisationsberaterin. Ansprechpartnerin für Unternehmen der Behindertenhilfe

Birgitta Neumann

Mittwoch, 18 Januar 2017 11:39

Artikelreihe Integrationsunternehmen Teil II: Vom Integrationsprojekt zum Inklusionsbetrieb – Auswirkungen des BTHG auf Integrationsunternehmen

Hinsichtlich der erschwerten Chancen von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt beabsichtigt das Bundesteilhabegesetz (BTHG) u.a. durch gesetzliche Änderungen der Rahmenbedingungen bei  Integrationsunternehmen bessere Möglichkeiten zur Eingliederung ins Arbeitsleben auf dem regulären Arbeitsmarkt zu schaffen. Am 1. Dezember wurde das Gesetz von Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles verabschiedet. Es beinhaltet Änderungen, die bestehende sowie neu zu gründende Integrationsunternehmen vor strukturelle und organisatorische  Modifikationen stellen werden.

 

BTHG: Definition und Aufgaben von Integrationsunternehmen 

Neben der begrifflichen Wandlung vom Integrationsunternehmen oder -projekt zum Inklusionsbetrieb und einhergehenden Veränderungen der bisherigen Aufgaben, steht auch die Anhebung der zu beschäftigen schwerbehinderten Arbeitnehmerquote von 25 auf 30 Prozent der Arbeitnehmerschaft im Fokus der Diskussion. Diese Heraufsetzung einer Mindestquote für – bleibt man bei der neuen Wortschöpfung - Inklusionsbetriebe ermöglicht es dem sozialen Unternehmen während der Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand eine besondere Berücksichtigung zu erlangen, wie es die Werkstätten für behinderte Menschen über Jahre bereits mit mehr oder weniger Erfolg erfahren durften.

In diesem Zusammenhang ist auch die Herabsenkung des Schwellenwertes für die begleitende Hilfe im Arbeitsleben interessant, die zukünftig statt ab 15 Stunden in Integrationsunternehmen schon ab 12 Stunden pro Woche übernommen wird. Dadurch wird die Beschäftigung für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen und Menschen mit psychischer Behinderung erleichtert, die so die Chance bekommen, im Rahmen ihres Leistungsvermögens einer geringfügigen Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachzugehen. Darüber hinaus wird im BTHG die Personengruppe der langzeitarbeitslosen schwerbehinderten Menschen mit in die Zielgruppe der Inklusionsprojekte aufgenommen.

Der Gesetzentwurf zum BTHG sieht außerdem ein erweitertes Aufgabenfeld für Integrationsunternehmen vor. Dazu zählt z.B. eine Verpflichtung, Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung anzubieten sowie die bereits erwähnte arbeitsbegleitende Betreuung. Zusätzlich sollen die Mitarbeitenden u.a. von Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung und der Gelegenheit zur Teilnahme an außerbetrieblichen Maßnahmen profitieren. All diese Bestimmungen gelten laut Entwurf ausdrücklich auch für psychisch kranke Beschäftigte.

Umstrukturierungen sind unumgänglich

Schon nach der Vorlage des Kabinettentwurfes im Juni 2016 veröffentlichten zahlreiche Verbände ihre Stellungnahmen zu dem neuen Gesetz. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen (bag if) forderte beispielsweise hinsichtlich der erhöhten Quote eine Übergangsfrist und die Gestattung von Abweichungen nach unten für die ersten Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes. Damit soll  bestehenden Integrationsunternehmen, die sich unter der 30 Prozent-Quote befinden, Zeit für die Umsetzung der neuen Anforderungen eingeräumt werden. Außerdem wurde vorgeschlagen, die Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung nicht verpflichtend festzusetzen, sondern nur modellhaft zu erproben. Im Gesetzentwurf, der nun verabschiedet wurde, haben diese Vorschläge jedoch keine Berücksichtigung gefunden. In jedem Falle stehen aber sowohl bestehenden als auch neu zu gründenden Integrationsunternehmen erhebliche Änderungen und Herausforderungen bevor, denen es sich zu stellen gilt. Gerade für Träger aus der Sozialwirtschaft gestalten sich solche Umstrukturierungen oft schwierig. Sie verfügen zwar über die spezifischen Kompetenzen bei der Schaffung von Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen, ihnen fehlt es jedoch teilweise an Kenntnissen der für die Privatwirtschaft notwendigen Organisationsstrukturen. 

Jetzt reagieren – Veränderungen erfolgreich begegnen

Frank Ruthenkolk, Management- und Organisationsberater sowie Marktfeldleiter Behindertenhilfe der contec, sieht vielfältige Möglichkeiten, den Änderungen des BTHG zu begegnen, weiß aber auch, an welchen Stellen die Neuerungen rein kosmetischer Natur sind: „Die Umbenennung in ‚Inklusionsbetrieb‘ ist fraglich. Der ursprüngliche Begriff der Integrationsunternehmen festigt sich langsam in der Unternehmenswelt und eine begriffliche Änderung deckt nicht die eigentlichen Veränderungsbedarfe, im schlimmsten Falle führt sie eher zu Irritation.“ 

Dennoch, den inhaltlichen Herausforderungen muss Folge geleistet werden, so z.B. der zukünftigen verstärkten Arbeit mit geistig, seelisch und körperlich beeinträchtigten Menschen und der neuen Zielgruppe der langzeitarbeitslosen Schwerbehinderten. Führungskräfte und Mitarbeitende in Integrationsunternehmen müssen sich darauf einstellen. Frank Ruthenkolk rät hier zu einer verstärkten Zusammenarbeit mit den Integrationsfachdiensten bzw. den Fallmanagern der Arbeitsagenturen. Systematische Hospitationstage oder -wochen könnten gemeinsam eingeführt werden und bei der Vermittlung der Arbeitsplätze helfen. Ergänzt werden kann dieses Angebot um eine hohe sozialpädagogische Begleitung nach der Einstellung.

Die Erweiterung der Zielgruppen als auch eine verstärkte sozialpädagogischen Begleitung könnten möglicherweise für die Inklusionsbetriebe zu einer Erweiterung der Leistungs- bzw. Arbeitskapazität und zu einer flexibleren sowie umfangreicheren Auftragsabarbeitung mit schnelleren Durchlaufzeiten beitragen, welches zu einer betrieblichen Ertragsteigerung führen könnte.

Die neuen Verpflichtungen für Integrationsunternehmen, wie die arbeitsbegleitende Betreuung oder die Möglichkeit der Teilnahme an außerbetrieblichen Maßnahmen sowie Weiterbildungen machen für Frank Ruthenkolk vor allen Dingen eines notwendig: „Netzwerkbildung ist hier das A&O. Dazu zählen als potentielle Partner externe sowie trägerinterne Bildungsträger, die Agentur für Arbeit, Integrationsfachdienste, aber auch die Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern für die finanzielle Unterstützung solcher Vernetzungsarbeit.“ Konkret könnte sich diese Netzwerkarbeit in Projekten mit der Volkshochschule (VHS) speziell für Menschen mit Behinderung äußern. Sind trägerinterne Bildungsträger vorhanden, bieten sich aber auch eigene Schulungskonzepte an, die man wiederum als Dienstleistung anderen Integrationsunternehmen anbieten könnte. Hierdurch entstünde gleichzeitig eine Vernetzung zwischen den Unternehmen.

Begegnet man den Herausforderungen, denen sich Integrationsunternehmen im Rahmen des BTHG stellen müssen, mit den richtigen Umsetzungsmaßnahmen und einer passenden Strategie, bieten sich durchaus unternehmerische Chancen. Die Berater der contec GmbH helfen Ihnen gerne bei der Ausarbeitung einer für Sie erfolgreichen Methode und begleiten Sie bei der Entwicklung hin zu einem erfolgreichen Integrationsunternehmen. Weitere Informationen finden Sie unter contec.de.

Text: Jana Stratmann-Grandke, Projektassistentin

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