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Sozialpolitische Veränderungen stellen die Träger der Eingliederungshilfe vor neue Herausforderungen. Der gewünschte Wandel vom „Fürsorgesystem“ hin zu einem personenzentrierten, bedarfsgerechten Teilhabesystem veranlasst die Verantwortlichen zum Überdenken, zur Umstrukturierung bzw. zur Erweiterung ihres Dienstleistungsangebotes.

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Birgitta Neumann

Management- und Organisationsberaterin. Ansprechpartnerin für Unternehmen der Behindertenhilfe

Birgitta Neumann

Donnerstag, 27 Juli 2017 11:43

Netzwerk Arbeit und Inklusion: Hand in Hand mit Arbeitgebern

LogoNetzwerk Inklusion Nachbau mit NRW Farben 200 x 141Vor drei Jahren hatte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bochumer Agentur für Arbeit eine zündende Idee, um die Inklusion schwerbehinderter Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt voranzutreiben: die Gründung des Netzwerks „Arbeit und Inklusion Mittleres Ruhrgebiet“. Die daraus entstandene Gemeinschaft wies so viel Potenzial auf, dass aus dem Netzwerk im Januar dieses Jahres das gleichnamige, vom BMAS geförderte Projekt entstand, mit dem passenden Untertitel „Potenziale nutzen“.  Umgesetzt wird das Projekt vom Evangelischen Verbund Ruhr (EVR).

 

Eine neue Perspektive – Arbeitgeber aufklären und unterstützen

Die Zielsetzung des Projektes „Netzwerk Arbeit und Inklusion Mittleres Ruhrgebiet“ ist klar: „Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen mit einer Schwerbehinderung, die oftmals sehr gut qualifiziert sind, endlich ihre Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten“, so Hasan Oktay, Inklusionskoordinator beim EVR. Entstanden ist die Idee zu dem Projekt bei der Bochumer Agentur für Arbeit. Peter Riedrich, Teamleiter Rehabilitation Schwerbehinderter Menschen bei der Agentur für Arbeit und Leiter des Projektes, erinnert sich an den Ursprungsgedanken: „Dienstleister, soziale Träger und Einrichtungen, die sich um die Rehabilitation von Menschen mit Behinderung kümmern, gibt es viele, aber wer kümmert sich eigentlich um die potenziellen Arbeitgeber? Wenn Inklusion gelingen soll, muss man auch die Frage stellen, warum sich eigentlich noch so viele Arbeitgeber dagegen entscheiden, Menschen mit einer Schwerbehinderung einzustellen und lieber ihre Ausgleichsabgabe zahlen.“ Mit dem Grundgedanken, eine Anlaufstelle für Arbeitgeber zu errichten, die Menschen mit Behinderung einstellen möchten, und dem bereits bestehenden Netzwerk hat die Agentur für Arbeit es geschafft, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) von ihrem Projekt zu überzeugen und hat im Oktober 2016 den Zuschlag für die finanzielle Förderung bis September 2019 erhalten. Der EVR wurde daraufhin mit der Umsetzung des Projekts beauftragt.

Die Ursache für die fehlende Begeisterung vieler Arbeitgeber für die Einstellung schwerbehinderter Menschen sieht Inklusionskoordinator Andreas Pauls, der das Projekt zusammen mit Hasan Oktay für den EVR umsetzt, nicht in dem fehlenden sozialen Gewissen der Unternehmer: „Es geht uns in aller erster Linie um Aufklärung. Das gegliederte System mit den vielen verschiedenen Kostenträgern, das in der Eingliederungshilfe noch immer vorherrscht und durch die Schnittstellen der neuen Gesetzgebungen (PSG III/BTHG) noch verkompliziert wird, ist für Unternehmer aus der Privatwirtschaft schlicht intransparent und komplex – es fehlt die Zeit und der Anreiz, sich damit auseinanderzusetzen.“ Mit dem Projekt „Netzwerk Arbeit und Inklusion Mittleres Ruhrgebiet“ soll dieses Informationsdefizit der Unternehmer in Bochum und Herne nun ein Ende haben. Hasan Oktay und Andreas Pauls verstehen sich gewissermaßen als die „112“ der Unternehmen. Alle Fragen rund um die Fördermöglichkeiten behindertengerechter Arbeitsplätze, Ansprechpartner und Behörden oder schlicht bei Fragen zu den Bedürfnissen der einzelnen Mitarbeitenden, beantworten die beiden Projektleiter gern oder vermitteln an die richtigen Ansprechpartner. Natürlich gebe es Unternehmen, die ihre Ausgleichsabgabe zahlen und in Ruhe gelassen werden möchten. Aber die ersten geknüpften Kontakte seien sehr vielversprechend. Die Beratungsangebote stoßen bislang auf offene Ohren bei vielen Unternehmern und deutlich wird einmal mehr, dass der Schlüssel in der Aufklärung liegt. „Durch die vielen Hospitationen, die wir zu Beginn des Projektes durchlaufen haben, u.a. in einer WfbM, in der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter, weiß ich nun auch, wie sich viele Unternehmer fühlen. Die Eingliederungshilfe und ihre Verwaltung sind für viele Leute Böhmische Dörfer – wir helfen nun, das Verständnis zu schaffen und einen Teil der Verwaltung abzunehmen“, so Hasan Oktay.
Aufklärung - ein wichtiger Aspekt für die Umsetzung, für die Glaubwürdigkeit und die Vertrauensschaffung bei den Arbeitgebern gegenüber den Inklusionskoordinatoren, betont auch Peter Riedrich von der Agentur für Arbeit: „Es geht uns nicht darum, irgendwen zu irgendetwas zu überreden. Wir informieren und hoffen auf den Schalter, der sich umlegt. Und dann stehen wir als Partner bereit.“

Netzwerk Inklusion 1 klein
 Die "112" für Unternehmen (v.l.n.r.): Peter Riedrich, Andreas Pauls und Hasan Oktay. © Anja Greiter

Digitalisierung nutzen: Das Herzstück „Homepage“

Was wäre geeigneter für ein so fortschrittliches Projekt, als die Digitalisierung zu nutzen und somit dem Netzwerk-Gedanken Rechnung zu tragen. Das Herzstück des Projektes wird die Homepage sein, die nicht nur über das Projekt und die dazugehörigen Leistungen informiert, sondern gleichzeitig als eine Stellenbörse für Unternehmen fungiert sowie Bewerber und Bewerberinnen mit einer Schwerbehinderung in professionellen Videoporträts vorstellt. Eine interaktive Plattform, ein Service Portal, das dem Knüpfen von Kontakten, der Erstellung eigener Netzwerke wie auch der Informationsgewinnung dient. „Aufgabe im Rahmen des Projektes ist es auch, ca. 60 Menschen mit Behinderung zu vermitteln. Das bietet sich einfach an, denn wir haben ja das Netzwerk zu Unternehmen und Projektpartnern, wieso nicht dort matchen, wo es möglich ist?“, so Andreas Pauls. Aber dabei bleibt es nicht. Die Homepage, die im Spätsommer online gehen soll, ist ein Knotenpunkt für viele weitere Fragen, die sich rund um das Thema Inklusion stellen können. „Barrierefreiheit ist so ein Thema. Natürlich wird unsere Homepage diese Eigenschaft besitzen, aber sie wird auch Informationen für Arbeitgeber zu Barrierefreiheit bereithalten. Unsere Erfahrungen zeigen, dass viele Menschen denken, ein Gebäude sei barrierefrei, bloß weil ein Aufzug vorhanden ist“, so Hasan Oktay. Darüber hinaus – Stichwort Vernetzung – werden die Projektleiter mit anderen Unternehmen und Behörden zusammenarbeiten. Eine Verlinkung z.B. auf Wheelmap.org ist denkbar und natürlich zu allen relevanten Ämtern, Behörden und Projektpartnern. 

Der Zeit voraus – das Projekt vor dem Hintergrund des BTHG

Dass der Projektstart in denselben Monat fiel wie das Inkrafttreten großer Teile des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) ist reiner Zufall. Der Antrag wurde bereits im Juni 2015 gestellt. Dennoch scheint das neue Beratungsangebot seiner Zeit im Sinne der Umsetzung des BTHG voraus zu sein. Denn im Rahmen der neuen Gesetzgebung sollen die sogenannten Gemeinsamen Servicestellen zugunsten von Auskunfts- und Beratungsstellen abgeschafft werden. Wie diese auszusehen haben, wer sie für wie lange finanziert, das alles ist noch nicht beschlossen, „aber wir sehen hier großes Potenzial in unserem Projekt. Es könnte ein Leuchtturm für eben solche Beratungsstellen im Sinne des BTHG sein“, so Peter Riedrich.

Keine Konkurrenz: Kooperation mit Werkstätten

Ein anderes, häufig diskutiertes Thema, das die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen unter der neuen Gesetzgebung betrifft, ist die vermeintliche Sorge vieler Werkstätten, dass die Eingliederung so vieler Menschen wie möglich in den ersten Arbeitsmarkt zu einem Ungleichgewicht in der Verteilung der Fähigkeiten in den Werkstätten führt. Wenn Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes nur die ‚stärksten‘ Mitarbeitenden der WfbM einstellen, könne dies unter Umständen zu einem Qualitätsverlust in der Werkstatt führen. Die Ansicht, dass diese Sorge unbegründet ist, teilt auch Peter Riedrich: „Das war im Prinzip immer so. Viele Werkstätten sind froh, wenn ihre Mitarbeitenden den Sprung aus der Werkstatt schaffen und bemühen sich z.T., ganze Arbeitsgruppen befristet in Unternehmen auszugliedern.“ Das Projekt „Netzwerk Arbeit und Inklusion“ jedenfalls möchte in keinen Konkurrenzkampf mit den Werkstätten treten, sondern setzt auf Kooperation. „Die Diakonie als Teil des EVR ist Betreiberin der größten WfbM in Bochum. Bei unseren Hospitationen war das Thema eher, wie wir zusammenarbeiten können. Bestimmte psychische und sozialarbeiterische Aspekte können wir von der Beratungsstelle nicht abdecken. Es sind schließlich die Einrichtungen, die ihre Mitarbeitenden und deren Bedürfnisse bis ins Detail kennen. Da ist eine Zusammenarbeit gar nicht wegzudenken“, betont Andreas Pauls.

Die Netzwerkpartner – Hand in Hand für eine bessere Gesellschaft

Das Netzwerk Arbeit und Inklusion, das dem Projekt vorausging, besteht aus den verschiedensten Akteuren sowohl der Eingliederungshilfe auf Seiten der Sozialwirtschaft als auch auf Arbeitgeberseite. Bisher sind die Mitglieder neben der Agentur für Arbeit Bochum und der Diakonie Ruhr: die IHK Mittleres Ruhrgebiet, die Werkstatt Constantin-Bewatt der Diakonie Ruhr, die Werkstätten Gottessegen, die Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, das Evangelische Johanneswerk – Altenbochumer Werkstätten, der LWL, das Jobcenter der Stadt Herne, die Kreishandwerkerschaft Ruhr, die Kreishandwerkerschaft Herne, die Diakonie Herne, die wewole Stiftung, der DGB Region Ruhr-Mark, die Stadt Bochum, die Stadt Herne, der Paritätische Bochum sowie das Jobcenter Bochum.


Weiterführende Informationen zu dem Projekt finden Sie auf www.rehadat.de oder Sie treten direkt mit den Inklusionskoordinatoren Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! in Kontakt.

Text: Marie Kramp, Referentin für Presse und Unternehmenskommunikation

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