BH
Behindertenhilfe-
unternehmen

menu-personalNur Personalnews 

menu-newsNur News anzeigen

Sozialpolitische Veränderungen stellen die Träger der Eingliederungshilfe vor neue Herausforderungen. Der gewünschte Wandel vom „Fürsorgesystem“ hin zu einem personenzentrierten, bedarfsgerechten Teilhabesystem veranlasst die Verantwortlichen zum Überdenken, zur Umstrukturierung bzw. zur Erweiterung ihres Dienstleistungsangebotes.

Informationen zum Beratungsangebot der contec GmbH finden Sie hier.

 star  Für Sie empfohlen ...

latest  Aktuellste Nachrichten ...

ansprech  Ansprechpartner ...

Birgitta Neumann

Management- und Organisationsberaterin. Ansprechpartnerin für Unternehmen der Behindertenhilfe

Birgitta Neumann

Mittwoch, 20 Dezember 2017 09:58

Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB)

Zur Darstellung des aktuellen Umsetzungsstands nach §119c SGB V

Das im Dezember 2006 verabschiedete Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung widmet sich der Zielstellung, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu garantieren. Mit der Ratifizierung verpflichtete sich Deutschland seit 2009 sofortige, wirksame und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um in der gesamten Gesellschaft das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen zu schärfen und die Achtung ihrer Rechte und ihrer Würde zu fördern, (...) Klischees, Vorurteile und schädliche Praktiken gegenüber Menschen mit Behinderungen, (...) in allen Lebensbereichen zu bekämpfen. (UN-BRK, Artikel 8 a und b).
In diesem Kontext sollen Strukturen geschaffen werden, eine wohnortsnahe, flächendeckende und barrierefreie Versorgung von Präventions-, Gesundheits-, Rehabilitations- und Pflegeangeboten zu ermöglichen.


Das Versorgungsstärkungsgesetz, speziell §119c SGB V, stellt die Weichen neu für eine adäquate ambulante Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen. Die angesprochene Zielgruppe umfasst Personen mit angeborenen oder erworbenen Entwicklungsverzögerungen oder -störungen in den Bereichen: Motorik, Sensorik, Kognition und/oder adaptives Verhalten.

Problemabriss: Menschen mit Behinderung sind im Gesundheitssystem benachteiligt - Eine Frage des Alters?

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit schweren und mehrfachen Behinderungen erhalten ihre medizinische und therapeutische Versorgung im Leistungsangebot der Sozialpädagogischen Zentren (SPZ). Diese Behandlungstrias (Eltern, Kinderärzte und Sozialpädiatrische Zentren) vereint medizinisch-therapeutische Kompetenzen im Rahmen personenzentrierter Hilfen.
Mit Beginn der Transition, der Gestaltung des Überganges der Jugendlichen mit Behinderung in die Versorgungsstrukturen der Erwachsenenmedizin, brechen zwei der drei Eckpfeiler weg und die weiterführende Versorgung erfolgt künftig im Rahmen der Regelversorgung. Die Behandlung komplex Behinderter benötigt besondere fachliche Expertise, Handlungs- und Kommunikationskompetenzen sowie ein adäquates Setting im Sinne hochspezialisierter Versorgung und kann, im Rahmen der Regelversorgung, nur schwer gewährleistet werden.
Aus diesem Grund trat im Juli 2015 §119c SGB V in Kraft, die die kassenärztliche Zulassung und die Finanzierung von MZEB möglich macht.


Zielstellung von MZEB ist die qualitative Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung erwachsener Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung durch Implementierung bedarfsgerechter, interdisziplinärer und multiprofessioneller Angebote. Somit kann das Behandlungsteam eines MZEB als „Case-Manager“ verstanden werden, welche das Wirkungsgefüge zwischen ärztlichen Diagnosen, aktueller Bedarfslage und persönlichen Ressourcen ganzheitlich betrachtet und individuelle Hilfen ermöglicht.

Tätigkeitsschwerpunkte der MZEB umfassen ärztliche als auch nichtärztliche Leistungen, u.a. in Form von:

o    Leistungen im Rahmen der Diagnostik, Therapie und Prävention, einschließlich zahnärztlicher Vorsorge und Behandlung
o    Aufklärung bzgl. Gesundheit, Krankheit und Behinderung inkl. Inanspruchnahme pflegerischer, psychologischer, pädagogischer und technischer Hilfen
o    Assessment und Screening medizinisch relevanter Aspekte für die med. Regelversorgung sowie Teilhabeplanung
o    Information, Schulung, Beratung und Anleitung von Bezugspersonen als auch Assistenzteams
o    Unterstützung der ärztlichen Regelversorgung bei speziellen fachlichen Fragestellungen

Mögliche Defizite in Prozessen der Regelversorger

Das oben angeführte Leistungsspektrum der MZEB begründet sich aus der Vielschichtigkeit der Anforderungen und Handlungspotentiale der Klientengruppe. Andererseits zeigen sich durch eine umfassende Betrachtung der Anforderungsbedarfe mögliche defizitäre Prozesse der Regelversorger auf. Den ambulanten Sektor betreffend:

o    Fehlendes zielgruppenspezifisches Wissen und Handlungskompetenzen
o     Leistungsrechtliche Begrenzung der Angebote
o     Zugangsbarrieren (Lage, bauseitig, Einstellung)
o    Einschränkungen der Hausbesuche
o    Unzulängliche Vergütung des Mehraufwands
o     Budgetdruck, Wirtschaftlichkeitsprüfungen
o    Ausdünnung der Versorgungsstrukturen
o    Entwicklung von Ersatzstrukturen (z. B. MVZ)
o    Fehlen von zielgruppenspezifischen Strukturen für Erwachsene mit komplexen Behinderungen

Den Krankenhaussektor betreffend:

o    Verkürzung der Verweildauern
o    Abbau von Bettenkapazitäten
o    Standardisierung von Abläufen
o    Budgetdruck
o    Personalabbau
o    Schließung von Standorten
o    Zentralisierung, Konzentration
o    Privatisierung mit Renditeziele
o    Ausbau ambulanter Angebote an Krankenhäusern (MVZ, ambulante Krankenhausleistungen)

Text: Jessica Stahl, Organisationsberaterin, contec GmbH

Gelesen 695 mal
Keine Termine

personalAktuelle
Personalnews.

Oder Branchenauswahl:

menu-politikmenu-komplexmenu-KHmenu-pflegemenu-BHmenu-kjh

newsAktuelle
Nachrichten.

Oder Branchenauswahl:

menu-politikmenu-komplexmenu-KHmenu-pflegemenu-BHmenu-kjh

personalZukunft Personal.

Oder direkt zur conquaesso® 

shopcontec Shop.

Veröffentlichungen für Ihren Erfolg. 

personal

news

  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!