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Der deutsche Krankenhausmarkt befindet sich in einem kontinuierlichen Veränderungsprozess. Das Thema Wirtschaftlichkeit ist in den letzten Jahren erheblich in den Vordergrund gerückt. Kliniken sehen sich mit Gesetzesänderungen und Neuerungen wie dem Krankenhausstrukturgesetz konfrontiert. Wirtschaftlichkeit und Kosteneffizienz müssen weiter optimiert werden. 

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Montag, 27 Februar 2017 09:37

Entlassmanagement- Eine neue Qualität in der Versorgung?!

Glaß Ida kleinPatienten haben laut §39 Abs. 1a SGB V einen Rechtsanspruch auf ein organisiertes Entlassmanagement. Einige Krankenhäuser orientieren sich dabei an allgemeinen Expertenstandards, andere setzen auf selbstentwickelte Lösungen – von einheitlichen Standards kann keine Rede sein. Dass dies ein Problem für die Kontinuität der Patientenversorgung darstellt, wurde vom Gesetzgeber erkannt. Das Ergebnis: Ein Rahmenvertrag, der eine gefühlte bürokratische Mammutaufgabe darstellt. Aber wo liegt der Hund tatsächlich begraben: in der erweiterten Dokumentation oder in der Organisation selbst?

 

Sektorenübregreifende Versorung stärken – Grundsätze des neuen Entlassmanagements

Ziel des Entlassmanagements ist es, die sektorenübergreifende Patientenversorgung zu vereinfachen. Der Übergang von stationärer zu ambulanter Behandlung soll vor allem multimorbiden Patienten und Patientinnen erleichtert werden. Zur „Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung“ trat im Juli 2015 eine Ergänzung des GKV-Strukturgesetzes in Kraft. Zum einen können nun nach § 36 Abs. 1a SGB V auch Krankenhäuser und deren Ärzte und Ärztinnen Patientinnen und Patienten für bis zu sieben Tage häusliche Krankenpflege, Heilmittel, Hilfsmittel und auch Arzneimittel verschreiben. Darüber hinaus sind die Mediziner befugt, wenn nötig eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen.

Der Gesetzgeber hat außerdem festgelegt, dass weitere Aspekte des Entlassmanagements in einem Rahmenvertrag festgelegt werden sollen.  In Zusammenarbeit mit dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen und Pflegekassen, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft sollte dieser Rahmenvertrag erstellt werden – zunächst ohne Erfolg.

Bundesschiedsamt entscheidet über neuen Rahmenvertrag

Die Grundlage des Rahmenvertrags sollten die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses darstellen. Geplant war die Vorlage des fertigen Vertrages bereits für Dezember 2015. Da die zuständigen Stellen sich nicht einig wurden, wie genau der Vertrag auszusehen hatte, wurde das erweiterte Bundesschiedsamt eingeschaltet und legte im Oktober 2016  einen Rahmenvertrag fest. Geplanter Zeitpunkt des Inkrafttretens: Juli 2017.

Der nun vorliegende Rahmenvertrag fordert ein Entlassmanagement für jeden Patienten, welches laut Kritikern einen enormen Zeit- und Mehraufwand für die Mitarbeitenden im Krankenhaus bedeutet. Dazu zählen u.a.:

•    Ein Assessment für jeden Patienten und jede Patientin,
•    ein detaillierter Entlassplan,
•    ggf. die frühzeitige Kontaktaufnahme seitens des Krankenhauses mit weiterbehandelnden Leistungserbringern (§3 Abs. 4) sowie Unterstützung der PatientInnen bei Beantragung genehmigungspflichtiger Leistungen (§7 Abs. 3),
•    ein Entlassbrief für den Patienten oder die Patientin samt Rufnummer eines mit dem Fall vertrauten Ansprechpartners, die ständig zu erreichen sein muss (§3 Abs. 7).

Die ständige Erreichbarkeit nach der Entlassung stellt sicherlich eine große Herausforderung dar. Aber auch die weiteren – hier nur exemplarisch aufgeführten – neuen Regelungen führen zu einem erhöhten Zeitaufwand, insbesondere dann, wenn dies von Personen durchgeführt werden soll, die für die medizinische oder pflegerische Behandlung der Patienten und Patientinnen verantwortlich sind.

DKG klagt an, Inkrafttreten verzögert sich abermals

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bemängelt, dass der Schiedsspruch nicht im Sinne des Gesetzgebers sei. Deshalb hat die DKG beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eine Klage eingereicht. Die Entscheidung des Bundesschiedsamtes sei in zentralen Teilen rechtswidrig. Es würde Bürokratie pur aufgebaut, so Georg Baum, Hauptgeschäftsführer, laut einer DKG-Pressemitteilung vom Januar 2017. Durch die Klage wird der Umsetzungsstart vom Juli 2017 bis zum Abschluss des Rechtsstreits aufgeschoben. Dennoch haben Patienten und Patientinnen weiterhin einen Rechtsanspruch auf ein Entlassmanagement.
Die DKG hält ein Entlassmanagement generell für sinnvoll, allerdings seien an vielen Stellen noch Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Nicht jeder Patient bzw. Patientin benötige ein so umfangreiches Entlassmanagement. Die aufgebrachte Zeit könne effektiver zum Wohle der PatientInnen eingesetzt werden.

Technische Herausforderungen meistern

Eine einheitliche Dokumentation benötigt eine einheitliche Softwarelösung. Krankenhausinformationssysteme müssen entsprechend angepasst werden. Optimaler Weise sollte eine Patientenakte über einen einzigen Kanal laufen. De facto ist es aber schon heute so, dass selbst in einem Haus unterschiedliche Softwarelösungen zum Einsatz kommen. Über das gemeinsame System hinaus hat oft jede Fachabteilung noch ihr eigenes, für sie passenderes Programm. Die Kompatibilität muss aber nicht nur einrichtungsintern, sondern auch institutionsübergreifend gewährleistet sein, damit eine Nachbehandlung von anderer Stelle lückenlos übernommen werden kann. Es gilt also nicht nur, eine Lösung für den bürokratischen Mehraufwand zu finden, sondern auch, die technischen Hürden zu meistern.

Management für die Entlassung – für wen und ab wann?

Sicherlich ist zu prüfen, ob es sinnvoll für jeden Patienten und jede Patientin ist, ein ausführliches Entlassmanagement durchzuführen. Definitiv ratsam jedoch ist es, ein standardisiertes Entlassmanagement, auch schnittstellendübergreifend einzuführen. Dabei wird es wichtig sein, die neuen Anforderungen strukturell in das Unternehmen mit einzubinden. Organisationsstrukturen müssen aufgebrochen werden, Schnittstellen müssen geschaffen werden. Trotz des erweiterten Entlassmanagements muss die Medizin noch in der Lage sein, Medizin zu machen und die Pflege braucht Kapazitäten zum Pflegen.

Um den Ablauf so reibungslos wie möglich zu gestalten, sollte das Entlassmanagement – anders als der Name es vermuten lässt, nicht erst bei der Entlassung beginnen, sondern  von Anfang an in den Patientenprozess mit eingebunden werden – mit anderen Worten: Das Entlassmanagement beginnt bereits bei der Aufnahme. Die notwendigen Informationen müssen dann gebündelt weitergegeben werden. Eines steht aber jetzt schon fest: Ein solches Entlassmanagement kann nur mit neuen sektorenübergreifenden  Kommunikationsstrukturen erfolgreich sein. Um Doppelstrukturen oder unklare Zuständigkeiten zu verhindern sowie den einzelnen Bereichen eine Konzentration auf ihr Kerngeschäft zu ermöglichen, wäre eine mögliche Lösung, einen eigenen Bereich für Themen der Logistik zu etablieren. Hier könnte u.a. ein Entlassmanagement verankert sein, eine solche Stelle könnte Mittler zwischen den unterschiedlichen Bereichen darstellen. Zur Etablierung der neuen Strukturen bietet sich die Gründung einer leistungsübergreifenden Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitarbeitenden der Pflege, Medizin, Sozialdienst und der Verwaltung, an.


Für Fragen rund um die Strukturentwicklung im Rahmen des Entlassmanagements steht Ihnen Sascha Leppert, Leiter Gesundheitsunternehmen der contec, gern zur Verfügung:

Sascha Leppert
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+49 234 45273 0

Text: Ida Glaß, Organisationsberaterin contec GmbH

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