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Detlef Friedrich

Geschäftsführer der contec GmbH. Verantwortlich u.a. für Politik, Verbände, Innovation & Vernetzung.

Detlef Friedrich

Montag, 11 Mai 2015 02:00

Die Zeit ist reif für ein Hospiz- und Palliativgesetz

Polack-AndreasDas Bundeskabinett hat Ende April den Gesetzentwurf zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland beschlossen. Dieser sieht Reformen in der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der sozialen Pflegeversicherung und im Krankenhauswesen vor. Zusätzlich soll er sowohl die ambulante Palliativ- und Hospizversorgung in der häuslichen Umgebung als auch die stationäre Versorgung in Pflegeeinrichtungen, Hospizen und Krankenhäusern verbessern. Projektassistentin Ann-Christin Bleker sprach mit Andreas Polack, Geschäftsführer der Diakonischen Altenhilfe  Wuppertal, über Chancen sowie Risiken der geplanten Neuregelungen in der Hospiz- und Palliativgesetzgebung.

Schwerstkranke Menschen sollen in ihrer letzten Lebensphase künftig umfassender versorgt und begleitet werden. Ein neuer Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zielt daher auf ein flächendeckendes Angebot an Palliativ- und Hospizleistungen in ganz Deutschland ab, und zwar an den Orten, an denen Menschen ihr Lebensende verbringen möchten – sei es zuhause, in Pflegeheimen oder in Krankenhäusern. Dafür nimmt die Bundesregierung zusätzliche 200 Millionen Euro in die Hand. Von diesem Geld soll zunächst einmal die Palliativversorgung als ausdrücklicher Bestandteil der Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung und die stationäre Hospizarbeit stärker gefördert werden. Ganz konkret geschieht dies, indem die Krankenkassen künftig für Erwachsene 95 Prozent anstatt der bisher 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten tragen. Es gibt zudem einen Mindestzuschuss, der von 198 auf 255 Euro pro Tag und Patient angehoben wird. In der ambulanten Versorgung sollen zusätzlich vergütete Leistungen die Qualität der Palliativversorgung steigern, sowie Zusatzqualifikationen der Ärzte und Netzwerkarbeit fördern. Auch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) wird insbesondere in ländlichen, strukturschwachen Regionen ausgebaut, indem ein Schiedsverfahren entsprechende Versorgungsverträge der Krankenkassen mit den versorgenden Teams regelt. Zur Stärkung der Hospiz- und Palliativkultur in Pflegeheimen und Krankenhäusern muss Sterbebegleitung als ein Bestandteil des Versorgungsauftrags der sozialen Pflegeversicherung implementiert werden. Darüber hinaus sind Kooperationsverträge mit Haus- und Fachärzten zur medizinischen Versorgung der Bewohner in Pflegeheimen verpflichtend und werden daher für beteiligte Ärzte zusätzlich vergütet.

Gute Tendenzen

„Die Ansätze für die Palliativ- und Hospizversorgung, die der Gesetzentwurf von Hermann Gröhe mit sich bringt, sind zunächst einmal sehr löblich, denn gerade die heutige Zeit verlangt dringlich nach einer gesetzlich verankerten Stärkung professioneller Sterbebegleitung“, betont Andreas Polack. Gleichzeitig bemängelt er jedoch, dass die gemachten Vorschläge für den stationären Bereich enttäuschend mager seien und dass es nicht ausreiche gesundheitliche Vorsorgeplanung zum Lebensende mit den entsprechenden gesetzlichen Vorgaben einzurichten, sondern dass in diesem Fall auch der monetäre Rahmen geschaffen werden müsse. „Wir brauchen eine Finanzierung für Menschen, für sinnvolle Fort- und Weiterbildungen sowie für Palliativfachkräfte und Moderatorinnen von ethischen Fallgesprächen.“ In diesem Punkt spricht der Geschäftsführer der Diakonischen Altenhilfe Wuppertal (DAW) aus Erfahrung: Im Rahmen eines Projekts zur Implementierung einer übergreifenden Hospiz- und Palliativkultur wird in umfangreichen Fortbildungen die Behandlung von Schmerzen, die umfassende palliativ-pflegerische Versorgung, sowie die psychosoziale und spirituelle Begleitung vermittelt. Dabei sieht die Konzeption eine Einbettung auf struktureller, statt persönlicher Ebene vor, denn entscheidend bei der Realisierung einer angemessenen Hospiz- und Palliativkultur sei nicht zuletzt die fachliche Qualifikation aller Mitarbeitenden, das heißt nicht nur derjenigen, die in Pflege und Betreuung tätig sind, sondern auch in Hauswirtschaft, Verwaltung oder Technik. „So haben wir es geschafft, dass eine Hospiz- und Palliativkultur ein integraler Bestandteil unserer strukturierten Arbeit geworden ist“, erklärt Andreas Polack. „Ich finde das ist einmalig und ein schönes Ergebnis.“

Ganzheitliche Versorgung für ein würdevolles Leben bis zuletzt

Ganz konkret nehmen zum Beispiel alle Mitarbeitenden, die mindestens eine halbe Stelle bekleiden, an einer 40-stündigen Fortbildung zur „Palliativen Praxis“ teil. Pflegedienst- sowie Wohnbereichsleitungen absolvieren die Fachweiterbildung „Palliative-Care“, die 160 Stunden beansprucht. Zudem finden weiter Schulungen zu Themen wie der Gestaltung von Abschiedsfeiern, ethischen Fallgesprächen oder der Begleitung bei Schmerzen statt. „Der Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums sieht eine gesetzliche Grundlage einer Versorgungsplanung zur individuellen medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Betreuung in der letzten Lebensphase vor. Ein solches Beratungsangebot haben wir gemeinsam mit unseren Hospizdiensten ‚Die Pusteblume‘ und dem ‚Ambulanten Hospizdienst Barmen‘ schon seit Projektbeginn in allen unseren Einrichtungen implementiert“, erinnert sich DAW-Geschäftsführer Polack. Geschulte Palliativ-Pflegekräfte sowie ehrenamtliche Mitarbeitende beraten im Krankheitsfall Betroffene sowie Angehörige, teilen Sorgen und nehmen Ängste, informieren über Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativversorgung und helfen dabei, die letzte Lebensphase in Würde und in vertrauter Umgebung zu verbringen. Wenn der Bund diese Vorgabe im Gesetz verankern möchte, so sind für die Durchsetzung auch an dieser Stelle finanzielle Rahmenbedingungen notwendig.

Realisierbare Verbesserungen oder leere Gesetzeshülsen?

„Gerade der stationäre Bereich wird auch in Zukunft mit dem Stigma zu kämpfen haben, dass er nur noch eine Lösung für diejenigen sein soll, die ambulant keine Insel gefunden haben. Das ist eine Spirale nach unten, die man nähren möchte. Mein Wunsch wäre es, ein Kompetenzzentrum im Quartier zu sein, mit und für die Menschen statt lediglich eine Art letzte Lösung.“ Andreas Polack benennt die Probleme und Schwierigkeiten stationärer Einrichtungen klar und plädiert: „Der demografische Einflussfaktor ist nicht mehr wegzudenken: Es gibt immer weniger Menschen, die pflegen wollen und können. Gleichzeitig treiben wir die Ambulantisierung stärker voran, welche sich eindeutig pflegeintensiver darstellt. Daher wird die Versorgung in stationären Einrichtungen wahrscheinlich künftig umso mehr gebraucht.“ Doch für einen „optimistischen Realisten“, wie sich Andreas Polack selbst beschreibt, gehöre sich das Schwarzmalen nicht und so ist er dankbar, dass sich etwas bewegt. „Wenn der Stein erst einmal ins Rollen gekommen ist, ist es schwer, ihn wieder aufzuhalten. So hoffe ich, dass sich bald mehr verändern wird und sich die Gesetzgebung weiter an aktuelle Herausforderungen und Bedarfe der Hospiz- und Palliativversorgung anpasst.“

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